Sozialtarife und Vergünstigungen: Wo Sie mit kleinem Einkommen sparen
Wer wenig Geld hat, zahlt in vielen Bereichen weniger, wenn er die Angebote kennt. Rabatte gibt es für Mobilität, Telefon, Kultur und für Kinder. Oft genügt ein Leistungsbescheid als Nachweis.
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Für viele Haushalte mit kleinem Einkommen ist jeder gesparte Euro wichtig. Trotzdem nutzen viele die Rabatte nicht, die ihnen zustehen. Das liegt oft daran, dass die Angebote verstreut sind: manches regelt der Bund, manches die Stadt, manches ein einzelnes Unternehmen. Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Bereiche.
Wer Vergünstigungen bekommt
Fast alle Angebote richten sich an Menschen, die eine dieser Leistungen beziehen:
- Bürgergeld bzw. Grundsicherung für Arbeitsuchende,
- Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Sozialhilfe,
- Wohngeld,
- Kinderzuschlag,
- Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
Bewahren Sie Ihren aktuellen Bescheid gut auf und machen Sie mehrere Kopien. Er ist in den meisten Fällen der einzige Nachweis, den Sie brauchen. Wer keine dieser Leistungen bezieht, aber wenig verdient, sollte prüfen, ob ihm Wohngeld oder Kinderzuschlag zusteht. Schon damit öffnen sich viele Türen.
Rundfunkbeitrag und Telefon
Vom Rundfunkbeitrag können Sie sich befreien lassen, wenn Sie Bürgergeld bzw. Grundsicherung, Sozialhilfe oder BAföG ohne Eltern-Haushalt bekommen. Wohngeld allein reicht dafür nicht. Die Befreiung gilt bis zu drei Jahre rückwirkend. Wie der Antrag funktioniert, steht im Ratgeber Rundfunkbeitrag.
Wer vom Rundfunkbeitrag befreit ist, bekommt bei der Telekom auf Antrag einen Sozialtarif für den Festnetzanschluss. Er wird als monatliche Gutschrift auf Verbindungsentgelte gewährt. Andere Anbieter haben teilweise eigene Angebote. Beim Handy lohnt sich vor allem ein Vergleich von Prepaid-Tarifen, die es schon für wenige Euro im Monat gibt.
Mobilität: Sozialticket und Deutschlandticket
Viele Verkehrsverbünde und Städte bieten ein Sozialticket an. Inzwischen ist das häufig ein vergünstigtes Deutschlandticket. Preis und Bedingungen unterscheiden sich stark. In manchen Städten kostet das Ticket weniger als die Hälfte des regulären Preises. Fragen Sie beim Kundencenter Ihres Verkehrsverbunds oder beim Sozialamt nach. Für Schülerinnen und Schüler übernimmt das Bildungspaket außerdem die Fahrkosten zur nächstgelegenen Schule, wenn sie nicht von anderer Seite getragen werden.
Bildung und Teilhabe für Kinder
Das Bildungspaket ist eines der wichtigsten Angebote für Familien mit wenig Geld. Es gibt Leistungen für:
- das gemeinsame Mittagessen in Kita, Schule und Hort,
- eintägige Ausflüge und mehrtägige Klassenfahrten,
- den persönlichen Schulbedarf, ausgezahlt in zwei Raten pro Schuljahr,
- Lernförderung, wenn das Lernziel gefährdet ist,
- Mitgliedsbeiträge für Sportverein, Musikschule oder ähnliches, 15 Euro im Monat.
Anspruch haben Familien, die Bürgergeld bzw. Grundsicherung, Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschlag bekommen. Den Antrag stellen Sie beim Jobcenter oder bei der Stelle, die in Ihrer Stadt für Wohngeld und Kinderzuschlag zuständig ist.
Kultur, Freizeit und Sport
Museen, Theater, Schwimmbäder und Volkshochschulen geben in vielen Städten Rabatte für Inhaber eines Sozialpasses. Bibliotheksausweise sind oft kostenlos. Einige Städte haben Kulturtafeln oder Kulturloge-Vereine, die kostenlose Restkarten für Konzerte und Theater vermitteln. Wie Sie einen Sozialpass bekommen, steht im Ratgeber Tafel und Sozialpass.
Bankkonto und Verträge
Ein Basiskonto steht jedem zu, auch mit negativer SCHUFA. Die Gebühren dafür müssen angemessen sein. Vergleichen Sie trotzdem, denn manche Banken verlangen deutlich mehr als andere. Mehr dazu im Ratgeber Basiskonto. Bei Versicherungen, Abos und Energieverträgen hilft ein Blick auf die eigenen Fixkosten, den wir im Ratgeber Fixkosten senken Schritt für Schritt beschreiben.
Quellen
Häufige Fragen
Gibt es Sozialtarife für Strom?
Einen gesetzlichen Sozialtarif für Strom gibt es in Deutschland nicht. Einzelne Stadtwerke haben eigene Angebote oder Härtefallfonds. Fragen Sie bei Ihrem Versorger nach und vergleichen Sie Tarife.
Wie viel Geld gibt es über das Bildungspaket?
Für den persönlichen Schulbedarf gibt es zwei Zahlungen pro Schuljahr, für Vereine, Musikschule und ähnliche Angebote 15 Euro im Monat. Mittagessen in Schule und Kita sowie Ausflüge werden in voller Höhe übernommen.
Wer bekommt einen Sozialpass?
Das entscheidet jede Stadt selbst. Meist sind es Menschen, die Bürgergeld, Grundsicherung, Sozialhilfe, Wohngeld oder Asylbewerberleistungen beziehen. Manche Städte beziehen auch Geringverdiener mit ein.