Budget & Sparen

Fixkosten senken: Welche Verträge Sie kündigen oder wechseln sollten

Jeder Euro, den Sie bei den Fixkosten sparen, wirkt jeden Monat. Ein freier Nachmittag mit allen Verträgen bringt oft mehr als ein ganzes Jahr Verzicht beim Einkaufen.

Von Matteo Oberhauser · · 4 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Schritt 1: Alle Verträge finden
  2. Schritt 2: Das Gesetz auf Ihrer Seite
  3. Schritt 3: Die großen Posten zuerst
  4. Schritt 4: Gespartes Geld festhalten
  5. Muster für eine Kündigung
  6. Quellen

Fixkosten sind die Ausgaben, die jeden Monat automatisch vom Konto gehen. Gerade deshalb schaut man sie selten an. Ein alter Handyvertrag, ein vergessenes Abo und eine Versicherung, die seit zehn Jahren nicht verglichen wurde, kosten zusammen leicht 50 bis 100 Euro im Monat, die Sie nicht ausgeben müssten.

Schritt 1: Alle Verträge finden

Nehmen Sie die Kontoauszüge der letzten zwölf Monate und markieren Sie jede wiederkehrende Abbuchung. Schauen Sie auch auf die Kreditkartenabrechnung und auf PayPal, denn viele Abos laufen darüber. Notieren Sie für jeden Vertrag den Betrag, die Mindestlaufzeit und die Kündigungsfrist. Wer ein Haushaltsbuch führt, hat diese Liste schon fast fertig.

Schritt 2: Das Gesetz auf Ihrer Seite

Seit dem Gesetz für faire Verbraucherverträge ist Kündigen deutlich einfacher geworden. Für Verträge über Handy, Internet, Fitnessstudio, Zeitschriften, Streaming und ähnliche Dauerleistungen, die seit dem 1. März 2022 geschlossen wurden, gilt:

  • Die erste Laufzeit darf höchstens zwei Jahre betragen.
  • Nach Ablauf verlängert sich der Vertrag nur noch auf unbestimmte Zeit.
  • Danach können Sie jederzeit mit einer Frist von höchstens einem Monat kündigen.

Seit Juli 2022 müssen Unternehmen, bei denen man online einen Vertrag abschließen kann, außerdem einen Kündigungsbutton anbieten. Er muss gut sichtbar mit "Verträge hier kündigen" oder ähnlich beschriftet sein. Fehlt er, können Sie jederzeit fristlos kündigen.

Schritt 3: Die großen Posten zuerst

Strom und Gas

Wer noch in der Grundversorgung ist, zahlt oft deutlich mehr als nötig. Ein Wechsel über ein Vergleichsportal dauert eine Viertelstunde, und den Rest erledigt der neue Anbieter. Achten Sie auf eine Preisgarantie von mindestens zwölf Monaten, keine Vorkasse und eine kurze Kündigungsfrist. Den Bonus fürs erste Jahr sollten Sie nicht als Ersparnis einrechnen, denn im zweiten Jahr fällt er weg.

Wenn Sie schon Rückstände beim Strom haben, lesen Sie zuerst unseren Ratgeber zur Stromsperre.

Handy und Internet

Ältere Handyverträge sind oft doppelt so teuer wie aktuelle Tarife mit mehr Datenvolumen. Prüfen Sie, wie viel Datenvolumen Sie tatsächlich verbrauchen. Viele kommen mit einem günstigen Prepaid- oder Discountertarif aus, der monatlich kündbar ist. Beim Internet lohnt sich der Anruf beim Anbieter: Wer kündigen will, bekommt oft ein günstigeres Angebot.

Versicherungen

Wichtig sind für fast jeden eine private Haftpflichtversicherung und, wenn Sie Familie haben, eine Risikolebensversicherung. Wer berufstätig ist, sollte über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Viele andere Policen sind verzichtbar: Handyversicherung, Reisegepäckversicherung, Brillenversicherung oder eine Restschuldversicherung zum Ratenkredit.

Bestehende Verträge können Sie oft vergleichen und wechseln. Die Kfz-Versicherung kündigen Sie üblicherweise zum 30. November für das neue Jahr.

Girokonto

Kontoführungsgebühren von 8 bis 12 Euro im Monat sind keine Seltenheit. Bei vielen Direktbanken ist das Konto kostenlos, oft mit der Bedingung eines monatlichen Geldeingangs. Banken sind verpflichtet, beim Kontowechsel zu helfen. Die neue Bank übernimmt Daueraufträge und informiert Zahlungspartner.

Abos

Streaming, Musik, Cloud-Speicher, Apps, Zeitschriften, Kochboxen: Gehen Sie jedes Abo durch und fragen Sie sich, ob Sie es im letzten Monat genutzt haben. Streamingdienste kann man auch abwechselnd abonnieren, einen Monat den einen, im nächsten den anderen.

Schritt 4: Gespartes Geld festhalten

Eingesparte Fixkosten verschwinden oft unbemerkt im Alltag. Legen Sie deshalb für jeden gekündigten Vertrag einen Dauerauftrag in gleicher Höhe auf ein Tagesgeldkonto an. So wächst Ihr Notgroschen, ohne dass Sie sich im Alltag einschränken müssen.

Muster für eine Kündigung

Wenn kein Kündigungsbutton vorhanden ist, genügt in den meisten Fällen eine kurze E-Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit kündige ich meinen Vertrag mit der Kundennummer [Nummer] zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung und das Vertragsende schriftlich. Mit freundlichen Grüßen, [Name, Anschrift]

Kommt innerhalb von zwei Wochen keine Bestätigung, schicken Sie die Kündigung noch einmal per Einwurf-Einschreiben.

Quellen

Häufige Fragen

Wie kündige ich einen Vertrag am schnellsten?

Bei Verträgen, die online abgeschlossen werden können, muss der Anbieter auf seiner Website einen Kündigungsbutton anbieten. Darüber kündigen Sie in wenigen Klicks und bekommen eine Bestätigung. Sonst reicht eine E-Mail oder ein Brief, wenn der Vertrag keine strengere Form verlangt.

Wie lange darf sich ein Vertrag automatisch verlängern?

Für Verbraucherverträge, die seit dem 1. März 2022 geschlossen wurden, gilt: Nach der Mindestlaufzeit verlängert sich der Vertrag nur noch auf unbestimmte Zeit und ist dann jederzeit mit einer Frist von höchstens einem Monat kündbar.