Haushaltsbuch führen: Methoden, die man auch nach drei Wochen noch durchhält
Die meisten Haushaltsbücher sterben in der dritten Woche. Das liegt selten an der Disziplin und meistens an einem zu komplizierten System.
Inhalt
Ein Haushaltsbuch beantwortet eine einzige Frage: Wohin geht mein Geld? Wer Schulden abbauen, einen Notgroschen aufbauen oder einfach entspannter durch den Monat kommen will, braucht diese Antwort zuerst. Die Schuldnerberatung fängt fast immer mit genau dieser Aufstellung an.
Papier, Tabelle oder App?
Grob gibt es drei Wege. Welchen Sie nehmen, ist weniger wichtig, als dass Sie ihn ein paar Monate lang durchhalten.
Ein Notizbuch hat den Vorteil, dass Sie jede Ausgabe bewusst aufschreiben. Viele Menschen geben allein dadurch weniger aus. Der Nachteil: Am Monatsende müssen Sie selbst zusammenrechnen.
Eine Tabelle in Excel, LibreOffice oder Google Sheets rechnet automatisch und zeigt Ihnen Monatsvergleiche. Sie brauchen dafür einen festen Termin pro Woche, an dem Sie Kontoauszüge und Kassenbons übertragen.
Eine Budget-App oder die Ausgabenanalyse Ihrer Bank sortiert Kartenzahlungen und Lastschriften automatisch in Kategorien. Das spart Zeit. Bargeld und kleine Ausgaben rutschen aber leicht durch, und die automatische Sortierung liegt öfter daneben, als man denkt.
Wenn Sie unsicher sind, starten Sie mit dem Onlinebanking und einer Notiz im Handy für alles, was Sie bar bezahlen.
Die richtigen Kategorien
Zu viele Kategorien machen das Haushaltsbuch mühsam, zu wenige machen es nutzlos. Zehn bis zwölf reichen für fast jeden Haushalt:
| Kategorie | Beispiele |
|---|---|
| Wohnen | Miete, Nebenkosten, Hausrat |
| Energie | Strom, Gas, Fernwärme |
| Lebensmittel | Supermarkt, Bäcker, Drogerie |
| Mobilität | Deutschlandticket, Sprit, Auto, Fahrrad |
| Versicherungen | Haftpflicht, Hausrat, Kfz |
| Kommunikation | Handy, Internet, Rundfunkbeitrag |
| Abos | Streaming, Fitnessstudio, Apps |
| Essen gehen | Restaurant, Lieferdienst, Kantine |
| Freizeit | Hobbys, Ausflüge, Kino |
| Kleidung | Kleidung, Schuhe |
| Kinder | Kita, Schule, Taschengeld |
| Sonstiges | Geschenke, Arzt, Reparaturen |
Dazu kommen auf der anderen Seite Ihre Einnahmen und, getrennt davon, Schuldenraten und Sparbeträge.
So legen Sie los
- Schreiben Sie zuerst Ihr Nettoeinkommen und alle Fixkosten auf, die jeden Monat gleich sind. Das dauert eine halbe Stunde und zeigt schon viel.
- Rechnen Sie jährliche Zahlungen auf den Monat um. Eine Kfz-Versicherung von 480 Euro im Jahr sind 40 Euro im Monat.
- Erfassen Sie dann einen Monat lang alle variablen Ausgaben, also alles, was nicht fest ist.
- Machen Sie einmal pro Woche einen Kassensturz von fünf Minuten. Am besten immer am gleichen Tag, zum Beispiel sonntags.
- Ziehen Sie am Monatsende Bilanz: Welche drei Kategorien sind größer als gedacht?
Was Sie mit den Zahlen anfangen
Nach dem ersten Monat haben die meisten Menschen eine Überraschung erlebt. Häufig sind es Lebensmittel, Lieferdienste oder Abos, die zusammen deutlich mehr kosten als vermutet.
Gehen Sie dann so vor: Bei den Fixkosten lohnt sich ein einmaliger Aufwand, denn jede gesparte Summe wirkt jeden Monat. Wie das geht, steht in unserem Ratgeber zu Fixkosten senken. Bei den variablen Ausgaben setzen Sie sich für die zwei teuersten Kategorien ein Monatslimit und prüfen es beim wöchentlichen Kassensturz.
Wer eine einfache Faustregel für die Aufteilung sucht, kann die 50/30/20-Regel als Startpunkt nehmen. Sie passt nicht für jeden Haushalt, gibt aber eine erste Orientierung.
Die Umschlagmethode für Bargeld
Wenn eine Kategorie immer wieder aus dem Ruder läuft, hilft die Umschlagmethode. Sie heben am Monatsanfang das Budget für Lebensmittel oder Freizeit in bar ab und stecken es in einen Umschlag. Ist der Umschlag leer, ist das Budget aufgebraucht. Das klingt altmodisch, wirkt aber, weil man Bargeld schwerer ausgibt als eine Kartenzahlung.
Eine digitale Variante sind Unterkonten, wie sie viele Direktbanken anbieten. Sie überweisen das Budget auf ein eigenes Unterkonto mit eigener Karte und zahlen nur von dort.
Häufige Fehler
Viele geben auf, weil sie jede Ausgabe auf den Cent genau erfassen wollen. Auf ein paar Euro kommt es nicht an. Wichtig ist, dass die großen Posten stimmen.
Ein zweiter Fehler ist, unregelmäßige Kosten zu vergessen. Die Nebenkostennachzahlung, das Geburtstagsgeschenk und die Brille kommen jedes Jahr, nur nicht jeden Monat. Planen Sie dafür einen festen Betrag ein, auch wenn er in manchen Monaten nicht gebraucht wird.
Wenn Sie ein Limit überziehen, notieren Sie kurz den Grund und passen Sie das Budget für den nächsten Monat an. Wer nach einem schlechten Monat aufhört, verliert genau die Zahlen, die er für den nächsten Plan braucht.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ich ein Haushaltsbuch führen?
Mindestens drei Monate, damit unregelmäßige Ausgaben wie Geschenke, Reparaturen oder Arztkosten auftauchen. Viele Menschen behalten es danach in vereinfachter Form bei, etwa mit einem wöchentlichen Kassensturz.
Welche App ist für ein Haushaltsbuch gut?
Für die meisten reicht die Ausgabenanalyse im Onlinebanking der eigenen Bank, ergänzt um eine Notiz für Barzahlungen. Wer mehr will, nimmt eine Tabelle oder eine Budget-App. Wichtig ist, dass Sie das Werkzeug wirklich benutzen.