Budget & Sparen

Notgroschen: Wie viel Sie brauchen und wo das Geld hingehört

Die Waschmaschine geht kaputt, die Nebenkostenabrechnung kommt, das Auto muss in die Werkstatt. Ohne Rücklage wird daraus schnell ein Dispo.

Von Matteo Oberhauser · · 3 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Wie viel ist genug?
  2. Wo der Notgroschen hingehört
  3. So bauen Sie ihn auch mit wenig Geld auf
  4. Was als Notfall zählt
  5. Nach dem Griff in die Rücklage
  6. Quellen

Ein Notgroschen ist Geld, das nur für einen Zweck da ist: unerwartete Ausgaben zu bezahlen, ohne Schulden zu machen. Wer ihn hat, muss bei einer kaputten Heizung nicht in den Dispo gehen und bei einem Jobverlust nicht sofort in Panik geraten.

Wie viel ist genug?

Die übliche Empfehlung lautet drei bis sechs Monatsausgaben. Gemeint sind Ihre notwendigen Ausgaben, also Miete, Energie, Lebensmittel, Versicherungen und Mobilität, nicht Ihr Nettoeinkommen.

Wo Sie in dieser Spanne landen, hängt von Ihrer Situation ab:

  • Drei Monate reichen meist für Angestellte mit unbefristetem Vertrag, die keine großen Sachwerte besitzen.
  • Sechs Monate oder mehr sind sinnvoll für Selbstständige, Alleinverdiener mit Kindern, Menschen mit befristeten Verträgen und für alle, die ein Auto oder eine Immobilie haben.

Berechnen Sie Ihren eigenen Wert:

Rechner: Wie groß sollte Ihr Notgroschen sein?

Ziel für den Notgroschen0 €
So lange brauchen Sie dafür0 Monate

Wo der Notgroschen hingehört

Der Notgroschen muss drei Bedingungen erfüllen: Er muss sicher sein, Sie müssen innerhalb von ein bis zwei Tagen an ihn herankommen, und er sollte nicht auf dem Girokonto liegen, wo er im Alltag mit ausgegeben wird.

Ein Tagesgeldkonto erfüllt das am besten. Es ist durch die Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt, Sie können jederzeit Geld abheben, und es bringt Zinsen. Wie sich Tagesgeld von Festgeld unterscheidet, steht in unserem Vergleich.

Ungeeignet sind Aktien und ETFs, weil sie gerade in Krisen, wenn Sie das Geld brauchen, deutlich im Minus sein können. Auch Festgeld passt nicht, weil Sie vor Ende der Laufzeit nicht an das Geld kommen. Und Bargeld zu Hause ist zwar schnell verfügbar, bringt aber keine Zinsen und ist bei Einbruch oder Feuer weg.

So bauen Sie ihn auch mit wenig Geld auf

Der Gedanke an 5.000 oder 10.000 Euro kann entmutigen. Fangen Sie deshalb mit einem Zwischenziel an: 1.000 Euro oder ein Monatsbedarf. Das deckt schon die meisten kleinen Notfälle ab.

  1. Richten Sie einen Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang ein. Auch 25 oder 50 Euro im Monat sind ein Anfang.
  2. Legen Sie Sonderzahlungen zurück, etwa Steuererstattungen, Weihnachtsgeld oder Geld aus einem Verkauf. Eine Steuererklärung bringt vielen Arbeitnehmern mehrere Hundert Euro.
  3. Nutzen Sie eingesparte Fixkosten. Wenn Sie einen Vertrag kündigen, überweisen Sie den gesparten Betrag ab sofort auf das Tagesgeldkonto.
  4. Verkaufen Sie, was Sie nicht mehr brauchen. Kleinanzeigen bringen bei Elektronik, Möbeln und Kleidung oft mehr als gedacht.

Was als Notfall zählt

Damit der Notgroschen seinen Zweck erfüllt, brauchen Sie eine klare Regel, wann Sie ihn anrühren. Ein Notfall ist eine Ausgabe, die unerwartet, notwendig und dringend ist. Eine Reparatur am Auto, mit dem Sie zur Arbeit fahren, ist ein Notfall. Ein Sonderangebot für einen neuen Fernseher nicht.

Geplante Ausgaben wie Urlaub, Weihnachtsgeschenke oder die jährliche Versicherungsprämie sollten Sie getrennt ansparen. Am einfachsten geht das mit einem zweiten Unterkonto.

Nach dem Griff in die Rücklage

Haben Sie den Notgroschen benutzt, füllen Sie ihn wieder auf, bevor Sie anderes sparen. Erhöhen Sie die Sparrate für ein paar Monate, wenn es geht.

Steht der Notgroschen in voller Höhe, müssen Sie auf dem Tagesgeldkonto nicht weiter ansparen. Das Geld, das Sie ab dann zur Seite legen, kann langfristig arbeiten, zum Beispiel in einem ETF-Sparplan.

Quellen

Häufige Fragen

Wie hoch sollte ein Notgroschen sein?

Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsausgaben. Angestellte mit sicherem Job kommen mit drei Monaten aus. Selbstständige, Alleinverdiener und Hausbesitzer sollten eher sechs Monate oder mehr einplanen.

Soll ich erst Schulden tilgen oder erst einen Notgroschen aufbauen?

Bauen Sie zuerst einen kleinen Puffer von etwa einem Monatsbedarf auf. Danach tilgen Sie die teuren Schulden wie Dispo und Kreditkarte. Erst wenn die weg sind, bauen Sie den Notgroschen auf die volle Höhe aus.

Ist mein Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto sicher?

Einlagen bei Banken in der EU sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank geschützt. Für einen Notgroschen reicht das in fast allen Fällen.