Geldanlage

Tagesgeld oder Festgeld: Was passt zu Ihrem Ersparten?

Für Geld, das Sie in den nächsten Jahren brauchen könnten, sind Tagesgeld und Festgeld die einfachsten sicheren Lösungen. Der Unterschied liegt in einer einzigen Frage: Wann wollen Sie an Ihr Geld?

Von Matteo Oberhauser · Zuletzt geprüft am · 4 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Tagesgeld: jederzeit verfügbar
  2. Festgeld: fester Zins, feste Laufzeit
  3. Die beiden im Vergleich
  4. Die Festgeldtreppe
  5. Sicherheit und ausländische Banken
  6. Steuern auf Zinsen
  7. Was zu Ihnen passt
  8. Quellen

Tagesgeld und Festgeld sind Sparkonten, bei denen Ihr Geld Zinsen bringt und gesetzlich abgesichert ist. Sie schwanken nicht wie Aktien. Dafür sind die Zinsen auf lange Sicht niedriger als die Rendite eines breit gestreuten ETF-Sparplans.

Tagesgeld: jederzeit verfügbar

Beim Tagesgeld können Sie täglich Geld einzahlen und abheben. Es gibt keine Laufzeit und keine Kündigungsfrist. Die Überweisung auf Ihr Girokonto dauert meist einen Bankarbeitstag.

Der Zinssatz ist variabel. Die Bank kann ihn jederzeit ändern, und er folgt grob dem Leitzins der Europäischen Zentralbank. Steigt der Leitzins, steigen die Tagesgeldzinsen meist mit Verzögerung. Sinkt er, gehen sie oft schnell nach unten.

Tagesgeld ist ideal für:

  • den Notgroschen,
  • Geld für geplante Ausgaben in den nächsten Monaten, etwa Urlaub oder Autoreparatur,
  • das Parken von Geld, bis Sie wissen, was Sie damit machen wollen.

Vorsicht bei Lockzinsen

Viele Banken werben mit einem hohen Zins für Neukunden, der nur für einige Monate gilt. Danach fällt er auf den normalen, oft deutlich niedrigeren Satz. Notieren Sie sich deshalb, wann der Aktionszins endet. Wer sich die Mühe macht, kann regelmäßig zu einer neuen Bank wechseln. Wer das nicht will, wählt eine Bank, die dauerhaft einen ordentlichen Zins zahlt.

Festgeld: fester Zins, feste Laufzeit

Beim Festgeld legen Sie einen Betrag für eine bestimmte Zeit an, typischerweise zwischen drei Monaten und zehn Jahren. Der Zins steht bei Abschluss fest und ändert sich während der Laufzeit nicht. Dafür kommen Sie vor Ende der Laufzeit in der Regel nicht an das Geld.

Festgeld lohnt sich, wenn Sie einen Betrag sicher nicht brauchen und die Zinsen für längere Laufzeiten deutlich über dem Tagesgeld liegen. In Phasen, in denen die Zinsen zu sinken drohen, sichern Sie sich mit Festgeld den aktuellen Satz.

Die beiden im Vergleich

Tagesgeld Festgeld
Verfügbarkeit täglich erst am Laufzeitende
Zinssatz variabel fest für die Laufzeit
Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank bis 100.000 € pro Bank
Mindestanlage meist keine oft 500 bis 5.000 €
Geeignet für Notgroschen, kurzfristige Ziele Geld mit festem Zeitpunkt

Die Festgeldtreppe

Wer sich nicht auf eine Laufzeit festlegen will, kann eine Festgeldtreppe bauen. Sie teilen den Betrag auf mehrere Festgelder mit unterschiedlichen Laufzeiten auf, zum Beispiel ein, zwei und drei Jahre. Jedes Jahr wird ein Teil frei. Den können Sie entweder nutzen oder für die längste Laufzeit neu anlegen. So kommen Sie regelmäßig an einen Teil Ihres Geldes und profitieren trotzdem von den höheren Zinsen längerer Laufzeiten.

Sicherheit und ausländische Banken

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt 100.000 Euro pro Person und Bank in jedem EU-Land. In besonderen Fällen, etwa kurz nach einem Hausverkauf, gilt zeitweise ein höherer Schutz.

Über Zinsportale können Sie Festgeld bei Banken in anderen EU-Ländern anlegen, die oft höhere Zinsen zahlen. Dann haftet die Einlagensicherung des jeweiligen Landes. In einem wirtschaftlich starken Land ist das unproblematisch. Bei Ländern mit schwachen Staatsfinanzen sollten Sie bedenken, dass die Einlagensicherung im Ernstfall vom Staat gestützt werden muss.

Ein weiterer Unterschied: Ausländische Banken führen meist keine Abgeltungsteuer ab. Sie müssen die Zinsen dann selbst in der Steuererklärung in der Anlage KAP angeben.

Steuern auf Zinsen

Zinsen sind Kapitalerträge. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr sind sie steuerfrei, wenn Sie Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag geben. Haben Sie Konten bei mehreren Banken, teilen Sie den Freibetrag auf. Was darüber liegt, wird mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert.

Wer ein geringes Einkommen hat, kann sich eine Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt holen. Dann bleiben die Zinsen auch über dem Pauschbetrag steuerfrei.

Was zu Ihnen passt

Für die meisten Haushalte ist die Reihenfolge einfach. Zuerst kommt der Notgroschen aufs Tagesgeld. Geld für ein Ziel in zwei oder drei Jahren, etwa eine Anzahlung, kann auf Festgeld oder in eine Festgeldtreppe. Was Sie erst in zehn Jahren oder später brauchen, bringt in einem breit gestreuten ETF-Sparplan auf lange Sicht in der Regel mehr.

Quellen

Häufige Fragen

Wie sicher ist Tagesgeld?

Guthaben bei Banken in der EU sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. Viele deutsche Banken sind zusätzlich in freiwilligen Sicherungssystemen. Bei Gemeinschaftskonten gilt die Grenze für jeden Kontoinhaber.

Kann ich Festgeld vorzeitig kündigen?

In der Regel nicht. Das Geld ist bis zum Ende der Laufzeit festgelegt. Manche Banken erlauben in Notfällen eine vorzeitige Auflösung, dann aber meist mit Zinsverlust. Legen Sie deshalb nur Geld fest an, das Sie sicher nicht vorher brauchen.

Muss ich Zinsen versteuern?

Ja, Zinsen sind Kapitalerträge. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, bei zusammenveranlagten Paaren 2.000 Euro, bleiben sie steuerfrei, wenn Sie der Bank einen Freistellungsauftrag erteilen. Darüber fällt Abgeltungsteuer an.