Geldanlage

ETF-Sparplan für Einsteiger: In 5 Schritten zum ersten Sparplan

Ein ETF-Sparplan ist für viele Menschen der einfachste Weg, langfristig Vermögen aufzubauen. Er braucht wenig Zeit, aber ein paar Voraussetzungen.

Von Matteo Oberhauser · Zuletzt geprüft am · 4 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Bevor Sie anfangen
  2. Schritt 1: Ein Depot eröffnen
  3. Schritt 2: Den ETF auswählen
  4. Schritt 3: Sparrate und Rhythmus festlegen
  5. Schritt 4: Freistellungsauftrag erteilen
  6. Schritt 5: Liegen lassen
  7. Was ein ETF-Sparplan nicht ist
  8. Quellen

Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet, zum Beispiel den MSCI World mit rund 1.300 großen Unternehmen aus 23 Industrieländern. Mit einem einzigen ETF sind Sie also an Hunderten Firmen beteiligt. Das senkt das Risiko im Vergleich zu Einzelaktien deutlich. Und weil kein Fondsmanager Aktien auswählt, sind die Kosten niedrig.

Bevor Sie anfangen

Ein ETF-Sparplan ist für Geld gedacht, das Sie mindestens zehn bis fünfzehn Jahre nicht brauchen. Bevor Sie starten, sollten drei Dinge erledigt sein:

  1. Sie haben keine teuren Schulden mehr, vor allem keinen Dispo und keine Kreditkartenschulden. Deren Zinsen sind höher als jede realistische Rendite.
  2. Sie haben einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto.
  3. Sie können die Sparrate dauerhaft zahlen, ohne im Alltag in Schwierigkeiten zu kommen.

Schritt 1: Ein Depot eröffnen

Für einen Sparplan brauchen Sie ein Wertpapierdepot. Günstig sind Direktbanken und sogenannte Neobroker, die Sparpläne oft ohne Gebühren ausführen. Achten Sie auf:

  • keine Depotgebühren,
  • kostenlose oder sehr günstige Sparplanausführung,
  • eine große Auswahl an ETFs als Sparplan,
  • Sitz in Deutschland oder der EU und eine deutsche Steuerabwicklung, damit die Bank die Abgeltungsteuer automatisch abführt.

Die Eröffnung dauert meist eine Viertelstunde. Sie brauchen Ihren Ausweis für die Identifizierung per Video oder App und Ihre Steuer-ID.

Schritt 2: Den ETF auswählen

Für Einsteiger reicht ein einziger, weltweit gestreuter Aktien-ETF. Typische Indizes sind:

Index Was drin ist Unternehmen (ca.)
MSCI World Industrieländer 1.300
MSCI ACWI Industrie- und Schwellenländer 2.500
FTSE All-World Industrie- und Schwellenländer 4.000

Wählen Sie innerhalb des Index einen ETF mit niedrigen laufenden Kosten (TER), meist zwischen 0,1 und 0,3 Prozent im Jahr, einem Fondsvolumen von mehreren Hundert Millionen Euro und physischer Nachbildung. Ob ein ETF diese Kriterien erfüllt, steht im Factsheet des Anbieters und bei der Suche nach der ISIN.

Thesaurierend oder ausschüttend?

Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an. Ausschüttende zahlen sie auf Ihr Konto aus. Für den Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs bequemer, weil der Zinseszinseffekt ohne Ihr Zutun wirkt. Wer regelmäßige Zahlungen möchte, nimmt einen ausschüttenden.

Schritt 3: Sparrate und Rhythmus festlegen

Legen Sie eine Sparrate fest, die Sie dauerhaft zahlen können. Lieber 50 Euro, die Sie zwanzig Jahre durchhalten, als 300 Euro, die Sie nach einem Jahr wieder stoppen. Die 50/30/20-Regel kann Ihnen helfen, einen passenden Betrag zu finden.

Den Ausführungstag legen Sie am besten kurz nach den Gehaltseingang. Monatlich ist für die meisten der richtige Rhythmus.

Schritt 4: Freistellungsauftrag erteilen

Erteilen Sie Ihrer Depotbank einen Freistellungsauftrag. Dann bleiben Kapitalerträge bis 1.000 Euro im Jahr, bei Paaren 2.000 Euro, steuerfrei. Bei Aktien-ETFs ist außerdem ein Teil der Erträge steuerfrei, die sogenannte Teilfreistellung von 30 Prozent.

Bei thesaurierenden ETFs fällt jedes Jahr Anfang Januar eine kleine Steuer auf einen fiktiven Ertrag an, die Vorabpauschale. Sie wird mit dem Freibetrag verrechnet und später beim Verkauf angerechnet. Lassen Sie etwas Geld auf dem Verrechnungskonto, damit die Bank sie abbuchen kann.

Schritt 5: Liegen lassen

Danach müssen Sie vor allem durchhalten. Die Börse wird in den kommenden Jahren Phasen haben, in denen Ihr Depot deutlich im Minus ist. Wer dann verkauft, macht die Verluste endgültig. Wer weiterspart, kauft in dieser Zeit günstiger ein.

Breit gestreute Weltaktienindizes haben über lange Zeiträume historisch im Schnitt etwa 6 bis 8 Prozent pro Jahr erzielt, mit starken Schwankungen von Jahr zu Jahr. Daraus folgt keine Garantie für die Zukunft. Rechnen Sie in Ihrer Planung lieber vorsichtig.

Was ein ETF-Sparplan nicht ist

Ein ETF-Sparplan ist kein Ersatz für einen Notgroschen und kein Weg, kurzfristig Geld zu verdienen. Für Ziele in den nächsten zwei bis fünf Jahren sind Tagesgeld oder Festgeld besser geeignet. Und wer Schulden hat, sollte die zuerst abbauen, bevor er an der Börse spart.

Quellen

Häufige Fragen

Ab wie viel Geld lohnt sich ein ETF-Sparplan?

Viele Depotbanken bieten Sparpläne ab 1 bis 25 Euro im Monat an, oft ohne Ordergebühr. Schon kleine Beträge lohnen sich, wenn Sie lange dabeibleiben.

Kann ich mit einem ETF Geld verlieren?

Ja. Aktien-ETFs schwanken mit dem Markt und können in Krisen zeitweise 30 bis 50 Prozent an Wert verlieren. Über lange Zeiträume von 15 Jahren und mehr haben breit gestreute Weltaktien-ETFs historisch aber fast immer ein Plus erzielt. Eine Garantie dafür gibt es nicht.

Was passiert mit meinen ETFs, wenn der Broker pleitegeht?

ETFs sind Sondervermögen. Sie gehören Ihnen und nicht dem Broker oder der Fondsgesellschaft. Bei einer Insolvenz werden sie auf ein anderes Depot übertragen.