Dispo ablösen: So kommen Sie aus dem Minus auf dem Girokonto
Der Dispo ist bequem, weil er einfach da ist. Deshalb zahlen viele Menschen jahrelang zweistellige Zinsen, ohne es zu merken.
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Der Dispositionskredit ist ein Kreditrahmen auf dem Girokonto. Sie können ihn jederzeit nutzen und jederzeit zurückzahlen. Dafür zahlen Sie Zinsen, die meist mehrfach so hoch sind wie bei einem Ratenkredit. Wer dauerhaft im Minus ist, sollte den Dispo deshalb ablösen.
Was der Dispo wirklich kostet
Ein Rechenbeispiel: Sie sind im Schnitt mit 3.000 Euro im Minus, und Ihre Bank verlangt 12 Prozent Dispozinsen. Das macht rund 360 Euro Zinsen im Jahr, ohne dass Sie einen Cent Ihrer Schulden zurückzahlen. Ein Ratenkredit über 3.000 Euro kostet bei 7 Prozent effektivem Jahreszins und zwei Jahren Laufzeit insgesamt etwa 220 Euro Zinsen, und danach sind die Schulden weg.
Den aktuellen Dispozins finden Sie auf Ihrem Kontoauszug oder im Preisverzeichnis Ihrer Bank. Für eine Überziehung über den eingeräumten Rahmen hinaus kommen oft noch einige Prozentpunkte dazu.
Weg 1: Dispo mit einem Ratenkredit ablösen
Der klassische Weg ist die Umschuldung. Sie nehmen einen Ratenkredit in Höhe des Minus auf, gleichen damit das Girokonto aus und zahlen den Kredit in festen Raten zurück. Das hat zwei Vorteile: Der Zins ist niedriger, und die feste Rate sorgt dafür, dass die Schulden tatsächlich sinken.
Damit das funktioniert, braucht es drei Dinge:
- Einen Kredit mit deutlich niedrigerem effektivem Jahreszins als der Dispo. Wie Sie Angebote vergleichen, erklären wir im Ratgeber Ratenkredit vergleichen.
- Eine Rate, die Sie sicher stemmen können.
- Die Disziplin, den Dispo danach nicht wieder auszuschöpfen.
Punkt drei ist der schwierigste. Viele Menschen lösen den Dispo ab und sind ein Jahr später wieder im Minus, haben dann aber zusätzlich den Ratenkredit. Bitten Sie Ihre Bank deshalb, den Dispo-Rahmen nach der Umschuldung zu senken oder ganz zu streichen.
Weg 2: Die Bank in die Pflicht nehmen
Das Gesetz schützt Kunden, die lange im Dispo stecken. Nutzen Sie ihn ununterbrochen sechs Monate lang und im Durchschnitt mit mehr als 75 Prozent des Rahmens, muss Ihre Bank Ihnen ein Beratungsgespräch über günstigere Alternativen anbieten. Bei geduldeten Überziehungen gilt eine ähnliche Regel schon nach drei Monaten.
Die Bank muss Ihnen dabei keinen Kredit geben. Sie muss Ihnen aber zeigen, welche günstigeren Möglichkeiten es gibt. Manchmal ist das ein Ratenkredit bei der eigenen Bank, der ohne neue Prüfung ausgezahlt wird.
Weg 3: Den Dispo aus eigener Kraft abbauen
Wenn Sie keinen neuen Kredit wollen oder keinen bekommen, können Sie den Dispo auch selbst Schritt für Schritt abbauen. Am besten behandeln Sie das Minus wie einen Kredit mit fester Rate.
- Legen Sie fest, wie viel Sie jeden Monat zurückzahlen, zum Beispiel 150 Euro.
- Überweisen Sie diesen Betrag am Tag nach dem Gehaltseingang auf ein separates Tagesgeldkonto.
- Am Monatsende überweisen Sie ihn zurück. Ihr Konto ist dann um 150 Euro weniger im Minus als im Vormonat.
Noch einfacher ist es, den Dispo-Rahmen monatlich um die gleiche Summe zu senken. Dann kann das Minus nicht mehr wachsen. Woher die 150 Euro kommen, zeigt ein Haushaltsbuch. Oft lässt sich das Geld bei den Fixkosten finden.
Weg 4: Rücklagen und Sonderzahlungen nutzen
Liegt Geld auf einem Sparkonto, während das Girokonto im Minus ist, zahlen Sie doppelt: Sie bekommen wenig Zinsen und zahlen viel. In diesem Fall lohnt es sich fast immer, das Ersparte zu nutzen und den Dispo auszugleichen. Behalten Sie nur einen kleinen Notgroschen für echte Notfälle.
Auch Steuererstattungen, Weihnachtsgeld oder Geld aus einem Verkauf gehören zuerst in den Dispo.
So bleiben Sie draußen
Meist rutscht man in den Dispo, weil eine unerwartete Ausgabe kommt und kein Puffer da ist. Sobald der Dispo weg ist, sollte das Geld, das Sie bisher für die Tilgung genutzt haben, in einen Notgroschen fließen. Dann sind Sie beim nächsten kaputten Kühlschrank vorbereitet.
Quellen
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Dispozinsen?
Die meisten Banken verlangen für den Dispo einen Zinssatz im zweistelligen Bereich, für die geduldete Überziehung über den Rahmen hinaus oft noch mehr. Den genauen Satz finden Sie im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank und auf dem Kontoauszug.
Muss die Bank mir eine günstigere Alternative anbieten?
Ja. Wer den Dispo sechs Monate am Stück und durchschnittlich mit mehr als 75 Prozent des Rahmens nutzt, muss von der Bank eine Beratung zu günstigeren Alternativen angeboten bekommen. Das steht in § 504a BGB.
Schadet es meinem SCHUFA-Score, den Dispo durch einen Ratenkredit zu ersetzen?
Kurzfristig erscheint ein neuer Kredit in der SCHUFA. Wird er regelmäßig bedient, ist das aber kein Nachteil. Der Dispo selbst ist dort als Rahmen ebenfalls bekannt.