Schulden in Deutschland 2026: Zahlen, Ursachen und Entwicklung
5,67 Millionen Erwachsene in Deutschland gelten als überschuldet, so viele wie seit Jahren nicht. Hier finden Sie die wichtigsten Zahlen aus den offiziellen Statistiken, verständlich erklärt und mit Quellen. Die Seite wird aktualisiert, sobald neue Daten erscheinen.
Stand der Daten: November 2026. Grundlage sind die Überschuldungsstatistik 2025 des Statistischen Bundesamts (veröffentlicht am 15. Juli 2026), die Insolvenzstatistik 2025 (veröffentlicht am 13. März 2026) und der SchuldnerAtlas Deutschland 2025 von Creditreform.
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Überschuldete Erwachsene | 5,67 Millionen | SchuldnerAtlas 2025 |
| Überschuldungsquote | 8,16 % | SchuldnerAtlas 2025 |
| Neue Überschuldungsfälle gegenüber 2024 | + 111.000 | SchuldnerAtlas 2025 |
| Beratene Personen in Schuldnerberatungen (hochgerechnet) | 586.422 | Destatis 2025 |
| Durchschnittliche Schulden der Beratenen | 34.650 € | Destatis 2025 |
| Verbraucherinsolvenzen | 77.219 | Destatis 2025 |
| Veränderung der Verbraucherinsolvenzen zum Vorjahr | + 8,4 % | Destatis 2025 |
Die beiden Statistiken messen unterschiedliche Dinge. Der SchuldnerAtlas schätzt, wie viele Menschen insgesamt überschuldet sind, und stützt sich dafür auf Daten von Auskunfteien wie offene Inkassoverfahren und Zahlungsstörungen. Die Überschuldungsstatistik von Destatis erfasst dagegen nur Menschen, die sich bei einer Schuldnerberatung Hilfe geholt haben. Daraus lässt sich ablesen, wie hoch die Schulden in diesen Fällen sind und was sie ausgelöst hat.
Überschuldung steigt wieder
Nach sechs Jahren mit sinkenden Zahlen ist die Überschuldung 2025 erstmals wieder deutlich gestiegen. Creditreform zählt 111.000 neue Fälle, ein Plus von 2,0 Prozent. Die Quote stieg nur leicht von 8,09 auf 8,16 Prozent, weil gleichzeitig die Zahl der Erwachsenen gewachsen ist.
Auffällig ist, dass die sogenannte weiche Überschuldung stärker zunimmt als die harte. Weich heißt, dass Rechnungen dauerhaft liegen bleiben, ohne dass es schon zu Gerichtsverfahren gekommen ist. Hier kamen 72.000 Fälle hinzu. Bei der harten Überschuldung mit Vollstreckungen, Inkassoverfahren oder Haftbefehlen zur Vermögensauskunft waren es 39.000. Viele Menschen rutschen also schleichend in die Schulden.
Fast 40 Prozent der neuen Fälle entfallen auf Nordrhein-Westfalen. Die Quote liegt dort bei 9,79 Prozent, in Berlin bei 10,01 Prozent. Am stärksten wuchs die Zahl bei unter 30-Jährigen und bei Menschen über 60. Die höchste Quote haben weiterhin die 30- bis 39-Jährigen.
Was Überschuldung auslöst
Die Beratungsstellen fragen nach dem Hauptauslöser. Gesundheit hat Arbeitslosigkeit inzwischen als häufigsten Grund abgelöst.
| Hauptauslöser 2025 | Anteil | Durchschnittliche Schulden |
|---|---|---|
| Erkrankung, Sucht, Unfall | 18,2 % | 28.918 € |
| Arbeitslosigkeit | 16,8 % | 24.323 € |
| Unwirtschaftliche Haushaltsführung | 11,7 % | 28.958 € |
| Trennung, Scheidung, Tod des Partners | 11,1 % | 40.061 € |
| Längerfristiges Niedrigeinkommen | 10,0 % | 22.313 € |
| Gescheiterte Selbstständigkeit | 8,2 % | 83.367 € |
| Haushaltsgründung, Geburt eines Kindes | 2,3 % | 24.776 € |
| Bürgschaft, Übernahme oder Mithaftung | 2,1 % | 47.127 € |
| Unzureichende Kredit- oder Bürgschaftsberatung | 1,6 % | 48.363 € |
| Gescheiterte Immobilienfinanzierung | 1,0 % | 157.416 € |
| Sonstiges und weitere Gründe | 17,0 % |
Zehn Jahre zuvor lag Arbeitslosigkeit mit 20 Prozent noch klar vorn, Krankheit kam auf 13,5 Prozent. Der Anteil von Menschen mit dauerhaft niedrigem Einkommen hat sich seit 2015 fast verdreifacht. Wer wegen einer gescheiterten Selbstständigkeit in die Beratung kommt, hat im Schnitt die höchsten Schulden nach der Immobilienfinanzierung.
Bei wem die Schulden liegen
Ratsuchende haben fast immer mehrere Gläubiger. Am häufigsten sind Rückstände bei öffentlichen Stellen wie Finanzamt, Krankenkasse, Rentenversicherung oder Jobcenter, die bei rund 57 Prozent der Beratenen vorkommen. Telefon- und Handyverträge betreffen etwa 47 Prozent, Ratenkredite bei Banken rund 37 Prozent und offene Rechnungen im Online- und Versandhandel knapp 29 Prozent.
Laut BaFin hatten 2024 knapp ein Fünftel der Beratenen mehr als 20 Gläubiger, 2019 waren es noch 15,9 Prozent. Bei alleinerziehenden Frauen mit einem Kind lag der Anteil bei 23,9 Prozent.
Wer selbst betroffen ist, findet hier konkrete Hilfe:
- Schulden beim Finanzamt: Stundung und Raten
- Beitragsschulden bei der Krankenkasse
- Handyvertrag nicht bezahlt: Inkasso und SCHUFA
- Kostenlose Schuldnerberatung finden
Wer besonders betroffen ist
Mehr als die Hälfte der Ratsuchenden lebt allein (knapp 52 Prozent). Bei ihnen sind gesundheitliche Probleme mit rund 24 Prozent der wichtigste Auslöser. Bei Alleinerziehenden ist es dagegen meist eine Trennung, eine Scheidung oder der Tod des Partners, das betrifft jeweils rund 23 Prozent der alleinerziehenden Mütter und Väter. Alleinerziehende Mütter hatten im Schnitt 34.386 Euro Schulden, alleinerziehende Väter 46.219 Euro.
Privatinsolvenzen
2025 haben die Amtsgerichte 77.219 Verbraucherinsolvenzen registriert, 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein im Dezember 2025 waren es 6.278. Seit der Reform von 2020 dauert der Weg zur Restschuldbefreiung in der Regel drei Jahre, das hat die Zahlen 2021 kurzfristig stark steigen lassen.
Wie das Verfahren abläuft und was danach mit der SCHUFA passiert, erklären wir in Privatinsolvenz: Ablauf und Dauer und Restschuldbefreiung und SCHUFA.
Was die Zahlen nicht zeigen
Nur ein Teil der Überschuldeten geht zur Beratung. Die Destatis-Daten stammen von 738 der etwa 1.360 Beratungsstellen in Deutschland und werden hochgerechnet. Die Teilnahme ist freiwillig. Der SchuldnerAtlas wiederum beruht auf Auskunftei-Daten und Modellen und ist eine Schätzung. Beide zusammen geben trotzdem ein recht genaues Bild davon, wie verbreitet Schulden sind und wodurch sie entstehen.
Zahlen verwenden
Sie dürfen die Tabellen dieser Seite für Artikel, Unterricht oder Präsentationen verwenden. Bitte nennen Sie als Quelle die Originalstatistik und verlinken Sie auf diese Seite, zum Beispiel so: Quelle: Statistisches Bundesamt, Überschuldungsstatistik 2025, aufbereitet von geldproblematiken.com.
Quellen
- Destatis, Pressemitteilung Nr. 249 vom 15. Juli 2026: Überschuldung am häufigsten durch Erkrankung, Sucht oder Unfall ausgelöst
- Destatis, Hauptauslöser der Überschuldung 2015 bis 2025
- Destatis, GENESIS-Tabelle 63511-0001
- Destatis, Pressemitteilung Nr. 085 vom 13. März 2026: Insolvenzen im Jahr 2025
- Creditreform, SchuldnerAtlas Deutschland 2025
- BaFin, Fokusrisiken 2026: Konsumfinanzierung auf Kredit
Häufige Fragen
Wie viele Menschen sind in Deutschland überschuldet?
Laut SchuldnerAtlas 2025 von Creditreform sind rund 5,67 Millionen Menschen über 18 Jahre überschuldet. Das sind 8,16 Prozent der erwachsenen Bevölkerung und 111.000 mehr als im Vorjahr.
Wie hoch sind die Schulden im Durchschnitt?
Menschen, die 2025 eine Schuldnerberatung aufgesucht haben, hatten nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Schnitt 34.650 Euro Schulden. Bei Männern waren es 39.717 Euro, bei Frauen 29.500 Euro.
Was ist der häufigste Grund für Überschuldung?
Am häufigsten nennen Ratsuchende Erkrankung, Sucht oder Unfall (18,2 Prozent), danach Arbeitslosigkeit (16,8 Prozent). Unwirtschaftliche Haushaltsführung folgt mit 11,7 Prozent.
Wie viele Privatinsolvenzen gab es 2025?
Die Amtsgerichte haben 2025 insgesamt 77.219 Verbraucherinsolvenzen gezählt. Das waren 8,4 Prozent mehr als 2024.