Budget & Sparen

Geld reicht nicht bis zum Monatsende: Was Sie jetzt tun können

Am 20. ist das Konto leer, das Gehalt kommt erst in zehn Tagen. Das passiert vielen Haushalten, auch mit festem Job. Mit einem klaren Plan kommen Sie durch diesen Monat und sorgen dafür, dass der nächste besser läuft.

Von Matteo Oberhauser · Zuletzt geprüft am · 5 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Schritt 1: Kassensturz für die nächsten Tage
  2. Schritt 2: Was zuerst bezahlt werden muss
  3. Schritt 3: Lastschriften und Gläubiger rechtzeitig stoppen
  4. Schritt 4: Schnelle Hilfe für diesen Monat
  5. Schritt 5: Prüfen, ob Ihnen Geld zusteht
  6. Schritt 6: Den Kreislauf durchbrechen
  7. Wann Sie sich Hilfe holen sollten
  8. Quellen

Wenn das Geld knapp wird, wollen viele erst einmal nichts davon wissen. Kontoauszüge bleiben ungeöffnet, und die Hoffnung ist, dass es irgendwie schon reicht. Das ist menschlich, macht die Lage aber meist teurer. Sobald Sie wissen, wie viel noch da ist und was noch abgeht, können Sie Entscheidungen treffen.

Schritt 1: Kassensturz für die nächsten Tage

Schreiben Sie auf, wie viel Geld Sie heute noch haben, auf dem Konto, im Portemonnaie und vielleicht auf einem Sparkonto. Daneben kommen alle Zahlungen, die bis zum nächsten Geldeingang fällig werden: Miete, Strom, Versicherungen, Raten, Abos. Ihr Online-Banking zeigt die Lastschriften der letzten Monate, daran sehen Sie, was noch kommt.

Ziehen Sie die festen Zahlungen vom Geld ab. Was übrig bleibt, teilen Sie durch die Tage bis zum Gehalt. Das ist Ihr Tagesbudget für Essen und Alltag. Oft ist das Ergebnis erschreckend klein, aber es ist eine ehrliche Zahl, mit der Sie arbeiten können.

Schritt 2: Was zuerst bezahlt werden muss

Nicht jede Rechnung ist gleich dringend. Haben Sie nicht genug für alles, gilt diese Reihenfolge:

  1. Miete und Nebenkosten. Mietschulden können schnell zur Kündigung führen.
  2. Strom, Gas und Heizung. Eine Sperre ist teuer und kostet zusätzliche Gebühren.
  3. Lebensmittel und Medikamente.
  4. Kosten, die Sie zum Arbeiten brauchen, zum Beispiel das Monatsticket oder Tanken.
  5. Geldstrafen und Unterhalt, weil hier besonders harte Folgen drohen.

Alles andere kann notfalls warten: Ratenkäufe, Handyrechnung, Kreditkarte, Streaming. Ignorieren sollten Sie diese Rechnungen trotzdem nicht. Bitten Sie dort um Aufschub, bevor Sie bei der Miete in Rückstand geraten. Ausführlicher steht diese Reihenfolge in unserem Plan zum Schuldenabbau.

Schritt 3: Lastschriften und Gläubiger rechtzeitig stoppen

Eine geplatzte Lastschrift kostet bei vielen Händlern Gebühren, dazu kommt eine Mahnung. Rufen Sie deshalb vorher an oder schreiben Sie eine kurze Mail. Nennen Sie einen Termin, an dem Sie zahlen können, etwa den Tag nach dem Gehaltseingang. Die meisten Unternehmen stimmen einem kurzen Aufschub zu, wenn Sie sich vorher melden.

Abbuchungen, die Sie nicht genehmigt haben, können Sie innerhalb von acht Wochen bei Ihrer Bank zurückgeben lassen. Das ist für unberechtigte Lastschriften gedacht. Bei berechtigten Forderungen ist die Rückbuchung nur ein Aufschub und löst oft zusätzliche Kosten aus.

Schritt 4: Schnelle Hilfe für diesen Monat

Reicht das Tagesbudget nicht für das Nötigste, gibt es Anlaufstellen:

  • Tafeln geben gegen einen kleinen Beitrag Lebensmittel an Menschen mit geringem Einkommen aus. Mehr dazu im Ratgeber Tafel und Sozialpass.
  • Die allgemeine Sozialberatung von Caritas, Diakonie oder AWO kennt lokale Nothilfefonds.
  • Beziehen Sie Bürgergeld bzw. Grundsicherung, kann das Jobcenter bei einem unabweisbaren Bedarf ein Darlehen gewähren.
  • Arbeitgeber zahlen manchmal einen Vorschuss auf das Gehalt. Fragen kostet nichts und ist günstiger als jeder Kredit.

Was Sie bei akutem Hunger konkret tun können, steht im Ratgeber Kein Geld für Essen.

Schritt 5: Prüfen, ob Ihnen Geld zusteht

Viele Menschen mit kleinem Einkommen bekommen weniger, als ihnen zusteht. Drei Leistungen werden besonders oft nicht beantragt:

  • Wohngeld ist ein Zuschuss zur Miete oder zu den Kosten für Wohneigentum. Er hängt von Einkommen, Miete, Haushaltsgröße und Wohnort ab.
  • Kinderzuschlag gibt es für Familien, deren Einkommen zwar für sie selbst reicht, aber nicht für die Kinder.
  • Bürgergeld bzw. Grundsicherung kann ein niedriges Einkommen aufstocken, auch wenn Sie arbeiten.

Für Wohngeld und Kinderzuschlag gibt es offizielle Online-Rechner der Bundesregierung und der Familienkasse. Stellen Sie den Antrag lieber einmal zu viel als zu spät, denn viele Leistungen gibt es erst ab dem Monat der Antragstellung.

Schritt 6: Den Kreislauf durchbrechen

Wer jeden Monat zu früh pleite ist, hat selten ein Problem mit einem einzelnen Einkauf. Meist sind die festen Kosten zu hoch, oder viele kleine Ausgaben fallen nicht auf. Führen Sie vier Wochen lang ein Haushaltsbuch. Danach wissen Sie, wohin das Geld geht.

Am meisten bringt es, bei den Fixkosten anzusetzen. Strom, Handy, Versicherungen und Abos lassen sich oft günstiger gestalten oder kündigen, und die Ersparnis wirkt jeden Monat. Wie das geht, erklärt unser Ratgeber Fixkosten senken.

Ein einfacher Trick hilft vielen Haushalten: Legen Sie ein zweites, kostenloses Konto an und überweisen Sie am Zahltag sofort das Geld für Miete und feste Kosten dorthin. Auf dem Hauptkonto bleibt dann nur, was Sie wirklich ausgeben dürfen. So sehen Sie nicht mehr Geld, als Sie haben.

Wann Sie sich Hilfe holen sollten

Reicht das Geld trotz aller Maßnahmen dauerhaft nicht, oder kommen bereits Mahnungen von mehreren Gläubigern, ist eine Schuldnerberatung der richtige Ansprechpartner. Sie ist bei Verbraucherzentralen und Wohlfahrtsverbänden für Menschen mit geringem Einkommen kostenlos. Wie Sie eine seriöse Stelle finden, steht im Ratgeber kostenlose Schuldnerberatung.

Quellen

Häufige Fragen

Was mache ich, wenn ich bis zum Gehalt kein Geld mehr für Essen habe?

Wenden Sie sich an die nächste Tafel, die Sozialberatung von Caritas oder Diakonie oder an Ihre Kirchengemeinde. Beziehen Sie Bürgergeld bzw. Grundsicherung, kann das Jobcenter in einer Notlage ein Darlehen oder Lebensmittelgutscheine gewähren.

Ist es schlimm, eine Rechnung später zu bezahlen?

Eine einzelne verspätete Zahlung ist kein Drama, wenn Sie den Gläubiger vorher informieren und einen konkreten Termin nennen. Teuer wird es, wenn Lastschriften platzen oder Sie Mahnungen ignorieren.

Soll ich den Dispo nutzen, um über den Monat zu kommen?

Nur für wenige Tage und nur, wenn Sie wissen, wie Sie ihn danach ausgleichen. Wer jeden Monat in den Dispo rutscht, zahlt dauerhaft hohe Zinsen und sollte stattdessen das Budget neu aufstellen.