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SCHUFA-Auskunft kostenlos anfordern und den Score verbessern

Viele zahlen für eine SCHUFA-Auskunft, obwohl sie gratis ist. Und viele Scores sind schlechter, als sie sein müssten, weil niemand die Einträge prüft.

Von Redaktion Geldproblematiken · · 4 Min. Lesezeit

Inhalt
  1. Datenkopie kostenlos anfordern
  2. Die Datenkopie richtig lesen
  3. Falsche Einträge löschen lassen
  4. Wie der Score berechnet wird
  5. Den Score Schritt für Schritt verbessern
  6. Wenn der Score gerade nicht reicht
  7. Quellen

Die SCHUFA speichert Daten zu rund 68 Millionen Menschen in Deutschland. Fast alle davon sind positiv: ein Girokonto, ein bezahlter Handyvertrag, ein abbezahlter Kredit. Probleme machen die wenigen negativen Einträge, und davon sind manche schlicht falsch oder hätten längst gelöscht werden müssen.

Datenkopie kostenlos anfordern

Den Anspruch auf eine kostenlose Auskunft gibt Ihnen Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung. Sie können die Datenkopie so oft anfordern, wie Sie wollen. Es gibt zwei Wege:

  • online auf meineschufa.de, dort unter dem Punkt zur kostenlosen Datenkopie nach Art. 15 DSGVO (achten Sie darauf, nicht versehentlich ein kostenpflichtiges Abo abzuschließen),
  • schriftlich per Post oder mit dem Formular auf der SCHUFA-Website, mit Name, Geburtsdatum und aktueller Anschrift. Bei einem Umzug in den letzten fünf Jahren geben Sie auch die alte Adresse an.

Die Auskunft kommt meist innerhalb weniger Tage, spätestens nach einem Monat. Inzwischen bietet die SCHUFA außerdem eine kostenlose App an, in der Sie Ihren Score und die gespeicherten Daten digital einsehen können.

Andere Auskunfteien wie Experian, Creditreform (Boniversum) oder CRIF speichern ebenfalls Daten. Auch dort haben Sie das Recht auf eine kostenlose Auskunft. Gerade Versandhändler und Mobilfunkanbieter fragen häufig dort an.

Die Datenkopie richtig lesen

In der Auskunft stehen vier Arten von Informationen:

  1. Ihre Personalien und früheren Adressen.
  2. Verträge wie Girokonten, Kreditkarten, Kredite, Leasing und Mobilfunk.
  3. Anfragen von Unternehmen aus den letzten zwölf Monaten.
  4. Negativmerkmale, also Zahlungsstörungen, Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis und Insolvenzen.

Prüfen Sie jeden Punkt. Typische Fehler sind Kredite, die längst abbezahlt sind, aber noch als laufend erscheinen, Forderungen, die Sie bestritten haben, oder Einträge einer anderen Person mit ähnlichem Namen.

Falsche Einträge löschen lassen

Einen falschen oder veralteten Eintrag lassen Sie löschen, indem Sie der SCHUFA schreiben. Benennen Sie den Eintrag, erklären Sie kurz, warum er falsch ist, und legen Sie Belege bei, zum Beispiel einen Zahlungsnachweis oder Ihren Widerspruch gegen die Forderung. Gleichzeitig können Sie das Unternehmen anschreiben, das den Eintrag gemeldet hat.

Wichtig zu wissen: Eine Forderung darf nur gemeldet werden, wenn Sie mindestens zweimal schriftlich gemahnt wurden, zwischen erster Mahnung und Meldung mindestens vier Wochen lagen, Sie vorher über die bevorstehende Meldung informiert wurden und Sie die Forderung nicht bestritten haben. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, ist der Eintrag unzulässig.

Reagiert die SCHUFA nicht, wenden Sie sich an den Ombudsmann der Auskunfteien oder an die Datenschutzaufsicht in Hessen, die für die SCHUFA zuständig ist.

Wie der Score berechnet wird

Die SCHUFA hat ihren Score auf ein neues, vereinfachtes Modell umgestellt. Es arbeitet mit einer kleinen Zahl veröffentlichter Kriterien und einer Skala von 100 bis 999 Punkten. Zu den Faktoren gehören vor allem:

  • ob es Zahlungsstörungen gibt,
  • wie lange Ihr ältestes Girokonto und Ihre älteste Kreditkarte bestehen,
  • wie viele Kredite und Kreditanfragen es in letzter Zeit gab,
  • ob Ihre Adresse bekannt und stabil ist.

Einkommen, Vermögen, Beruf und Wohnort fließen nicht ein. Auch Nationalität und Geschlecht spielen keine Rolle.

Den Score Schritt für Schritt verbessern

Ein schlechter Score erholt sich nicht über Nacht. Mit diesen Maßnahmen wird er aber spürbar besser:

  1. Offene Forderungen bezahlen. Eine erledigte Zahlungsstörung wiegt weniger schwer als eine offene, und sie wird nach Ablauf der Frist gelöscht.
  2. Alte Konten behalten. Ein Girokonto, das Sie seit 15 Jahren haben, ist ein gutes Signal. Kündigen Sie es nicht ohne Grund.
  3. Wenige, gezielte Kreditanfragen. Holen Sie Angebote nur über eine Anfrage zu Kreditkonditionen ein, nicht über echte Anträge bei vielen Banken.
  4. Nicht benötigte Kreditkarten und Rahmenkredite kündigen, wenn Sie sie nie nutzen.
  5. Adressänderungen melden. Nach einem Umzug sollte Ihre Bank die neue Adresse kennen.

Von Diensten, die gegen Geld versprechen, Ihren Score zu "reparieren" oder Einträge löschen zu lassen, raten Verbraucherschützer ab. Was diese Firmen tun, können Sie mit einem Brief selbst.

Wenn der Score gerade nicht reicht

Ein Girokonto bekommen Sie auch mit schlechtem Score, denn jeder hat Anspruch auf ein Basiskonto. Für einen Kredit sieht es schwieriger aus. Statt eines teuren Kredits ohne SCHUFA ist es meist klüger, erst die Schulden zu ordnen. Unser Plan in sieben Schritten hilft dabei.

Quellen

Häufige Fragen

Ist die SCHUFA-Auskunft wirklich kostenlos?

Ja. Nach Artikel 15 DSGVO haben Sie Anspruch auf eine kostenlose Kopie Ihrer gespeicherten Daten. Bei der SCHUFA heißt sie Datenkopie. Die kostenpflichtige BonitätsAuskunft brauchen Sie nur, wenn ein Vermieter ausdrücklich ein Dokument zum Weitergeben verlangt.

Wie lange bleiben negative Einträge gespeichert?

Bezahlte Forderungen werden grundsätzlich drei Jahre nach der Erledigung gelöscht. Für einzelne, schnell beglichene Zahlungsstörungen hat die SCHUFA die Frist unter bestimmten Bedingungen auf 18 Monate verkürzt. Informationen über eine Restschuldbefreiung löscht sie nach sechs Monaten.

Schadet es meinem Score, wenn ich meine Daten abfrage?

Nein. Die Selbstauskunft wird nicht an Unternehmen weitergegeben und fließt nicht in den Score ein. Auch Kreditanfragen zur Konditionsprüfung wirken sich nicht aus, anders als echte Kreditanträge.